zwischen Angst und Zuversicht

Ich will ganz fest dran glauben, dass ich gesund bleibe. Schaffe mir Ziele, achte mehr auf mich, verstehe in der Therapie die Belastungen, die innerlich an mir nagen. Dazwischen immer wieder die Panik vor der Nachsorge und die Entlastung danach, wenn es keinen neuen Befund gibt. Ich fahre auch ohne besonderen Anlass ins Sarkomzentrum, weil es mich einfach sicherer macht in meiner Zuversicht. Es kommt aber auch langsam bei mir an, dass mir bei dieser Erkrankung niemand „Absolution“ erteilen kann – weil eben jeder Fall anders ist und auch die Spezialisten nicht alles über diese Tumoren wissen. Bei rund 1200 Neufällen pro Jahr und die dann aufgeteilt auf ca 150 Unterarten – das muss eigentlich so sein, beginne ich zu verstehen. Die Chancen für Metastasen und Rezidive stehen „fifty-fifty“ – und ich will zu den besseren 50 gehören, ist doch klar! Im August 2011 wird meine Zuversicht durch die Realität abgelöst: ein Rezidiv ist auf dem aktuellen MRT zu sehen! Ich bleibe relativ ruhig, denn ich bin jetzt in guten Händen und vorbereitet, was jetzt anstehen könnte. Ich lasse noch ein PET-CT anfertigen – das glücklicherweise keine Metastasen zeigt und fahre zur Sprechstunde nach Essen. Dort wird der Befund bestätigt und man terminiert eine Extremitätenperfusion 10 Tage später. Dabei würde dann das Bein vom Blutkreislauf getrennt und mit dem Zellgift durchspült werden. Gleichzeitig wird das Bein überhitzt. Ich informiere mich genau, ordne im Büro meine Arbeit und fahre zuversichtlich in die Klinik.

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